Hauptwohnsitz
Umgang mit dem Feld “Hauptwohnsitz”
Das Feld „Hauptwohnsitz“ wird systemseitig von VERISCORE aus der im Dokument hinterlegten Information „Ausgeberland“ abgeleitet bzw. interpretiert.
Bei in Deutschland ansässigen Ausländern kann der tatsächliche Hauptwohnsitz vom Ausgeberland abweichen.
Somit ist das Feld „Hauptwohnsitz“ in bestimmten Fällen durch den Anwender zu prüfen und ggf. anzupassen.
Zur Optimierung der Erfassung des Feldes „Hauptwohnsitz“ bietet VERISCORE die Möglichkeit, den abgeleiteten Wert auf verschiedene Weise zu steuern.
Die jeweilige Einstellung wird durch den Administrator des Instituts festgelegt.

Beschreibung der auswählbaren Möglichkeiten:
1. Deaktiviert (keine automatische Behandlung)
Es findet keine systemseitige Nachbearbeitung oder Korrektur des abgeleiteten Wertes statt.
Beispiel:
Personalausweis mit Ausgeberland “Italien”.
Der im System durch die Standardlogik abgeleitete Wert Hauptwohnsitz = Italien wird angezeigt und automatisch übernommen.
Auswirkung:
Es erfolgt keine Prüfung, Korrektur, kein Löschen oder Überschreiben.
2. Überschreiben mit „Deutschland“
Unabhängig vom systemseitig abgeleiteten Wert wird das Feld auf „Deutschland“ gesetzt.
Beispiel:
Personalausweis mit Ausgeberland “Italien”. Der im System durch die Standardlogik abgeleitete Wert Hauptwohnsitz = Italien wird automatisch durch den Wert “Deutschland” ersetzt.
Auswirkung:
Es erfolgt keine Prüfung, Korrektur, kein Löschen oder Überschreiben. Auch wenn das Dokument oder die Adresse auf ein anderes Land hinweist, wird davon ausgegangen, dass die Person einen Hauptwohnsitz in Deutschland hat und „Deutschland“ wird als Hauptwohnsitz hinterlegt.
3. OCR-Wert löschen
Der systemseitig abgeleitete Wert wird in jedem Fall entfernt.
Das Feld wird dem Anwender “leer” präsentiert und muss manuell befüllt werden.
Beispiel:
Personalausweis mit Ausgeberland “Italien”. Der im System durch die Standardlogik abgeleitete Wert Hauptwohnsitz = Italien wird automatisch gelöscht und muss vom Anwender manuell gefüllt werden.
Auswirkung:
Diese Variante erzwingt eine bewusste manuelle Prüfung und Erfassung.
4. OCR-Wert löschen, wenn ≠ Deutschland
Der systemseitig abgeleitete Hauptwohnsitz bleibt nur dann bestehen, wenn er auf „Deutschland“ lautet. In allen anderen Fällen wird der Wert entfernt und muss durch den Berater geprüft und manuell gesetzt werden.
Beispiel:
Personalausweis mit Ausgeberland “Italien”. Der im System durch die Standardlogik abgeleitete Wert Hauptwohnsitz = Italien wird automatisch gelöscht und muss vom Anwender manuell gefüllt werden.
Auswirkung:
Diese Variante kombiniert automatische Übernahme des Hauptwohnsitzes “Deutschland” im Standardfall mit manueller Kontrolle bei Abweichungen, wenn Ausgaberland nicht Deutschland..
Praxisnutzen:
Die Daten werden in Fällen ausländischer Ausweise nicht automatisch übernommen, was in der Regel bewusst so gewünscht ist, um keine unpassenden Länderschlüssel ins System zu bringen. → Vorteil: Kanalisierung auf ausländische Ausweise mit erkennbarer Handlungspflicht – bei deutschen Dokumenten entfällt der manuelle Eingriff. → Möglicher Nachteil: Bei korrekten OCR-Werten aus dem Ausland (z. B. EU-Bürger mit tatsächlichem Wohnsitz im Ausland) wird der Wert gelöscht und muss manuell nacherfasst werden.
Diese Option wird in der Praxis von einigen Sparkassen bewusst gewählt, um gezielt nur bei ausländischen Dokumenten aktiv zu werden. Bei aktiver FOCONIS-Anbindung kann dies zu einem Prüfvorgang führen.
Praxisbeispiel:
Ein Student aus Italien lebt in Deutschland und eröffnet bei der Sparkasse ein Konto. Auf seinem italienischen Personalausweis ist weiterhin eine Adresse in Italien vermerkt. Bei der Verarbeitung des Dokuments erkennt die OCR daher:
Wohnsitz (Land): Italien
Da der Kunde seinen tatsächlichen Hauptwohnsitz in Deutschland hat, wäre eine automatische Übernahme von „Italien“ fachlich falsch. Mit dieser Konfiguration wird der OCR-Wert automatisch verworfen, sodass das Feld „Hauptwohnsitz (Land)“ leer bleibt.
Der Berater wird dadurch gezielt dazu angehalten, den tatsächlichen Wohnsitz des Kunden aktiv zu prüfen und korrekt zu erfassen (z. B. „Deutschland“).
Nutzen:
-
Vermeidung fachlich falscher Hauptwohnsitz-Angaben
-
Keine automatische Übernahme ausländischer Adressdaten
-
Gezielte manuelle Prüfung nur in relevanten Fällen (ausländische Dokumente)
Zur grundsätzlichen Logik (vor Parametrisierung):
Vor Einführung dieser Steuerungsoptionen war das Verhalten tatsächlich wie von Ihnen beschrieben: → Wenn keine Adresse erkannt wurde, wurde auf Basis der Staatsangehörigkeit automatisch „Hauptwohnsitz = Staatsangehörigkeitsland“ gesetzt. → Diese Logik war in der Tat nicht in allen Fällen sachgerecht – daher haben wir sie inzwischen durch die aktuelle Konfigurierbarkeit ersetzt.
Bezug zu OSPlus / Wirtschaftsdaten:
Das Feld „Hauptwohnsitz (Land)“ in VERISCORE wird im Rahmen der OSPlus-Schnittstelle als Teil der Wirtschaftsdaten zur Personenanlage / -änderung übermittelt und ist somit relevant für die Kundensystematik und den Länderschlüssel im OSP.
Ob dieser Wert final übernommen wird, hängt von den konkreten OSPlus-Einstellungen im Institut ab – in der Regel ja, wenn der Berater den Wert nicht manuell überschreibt.